Abstract von Frau Dr. Heike Wiesner, Soziologin
Das Ziel des Forschungsprojektes „Gender Mainstreaming und Neue Medien in
der Bildung“ Förderbereich „Hochschule“ besteht darin, das Konzept Gender
Mainstreaming in 100 bmb+f-Projekte im Schwerpunkt „Neue Medien in der
Bildung“ umzusetzen. Das Problem ist, dass Gender Mainstreaming ein „von
oben“ verordnetes EU-Förderkriterium und kein „intrinsisches“ Anliegen der
Projekte ist. Der Vortrag bietet nicht nur einen Einblick in das Konzept
Gender Mainstreaming, sondern zeigt auf, wie es doch noch gelingen kann,
Erfolgskriterien für Chancengleichheit im Bereich multimedialen Lehrens und
Lernens zu entwickeln und umzusetzen. Dieses sicherlich anspruchsvolle
Vorhaben bedarf einer Übersetzungsleistung, die nur in einem
multidisziplinärem Netzwerk-Zusammenhang formuliert, übertragen und
umgesetzt werden kann.
Aufgefächert in fünf Unterpunkten (Projektorganisation, Technologie und
Design, Didaktik, Lehr- und Lehrinhalte, Evaluation) soll in dem Vortrag
nicht nur die Reichweite von virtuellen Lernumgebungen unter dem
Gesichtpunkt von Gender Mainstreaming erörtert werden, sondern entlang der
Verknüpfung von Genderforschung mit den Erkenntnissen aus dem Bereich
„virtuelles Lernen“ wird ein gestaltungsorientierter GM-Leitfaden vor- und
zur Disposition gestellt.
Zur Person:
Dr. Heike Wiesner (wiesner@informatik.uni-bremen.de)
Geboren 1966, Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Bremen,
wissenschaftliche Mitarbeiterin in der WE-Frauenforschung der Universität
Bremen und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Von 1996 bis 2000
Doktorandin im Forschungszentrum Arbeit-Umwelt-Technik (artec) der
Universität Bremen. Promotion April 2001. Von Oktober 1999 bis April 2000
arbeitete sie im Zentrum interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF) an der
Universität Kiel in dem bmb+f-Forschungsprojekt "Informationstechnologien
und gender studies im Kontext der virtuellen ifu". Seit März 2001 ist sie im
Fachbereich 3 (Informatik) an der Universität Bremen tätig. Dem Zentrum für
Digitale Medien in der Lehre (DimeB) gehört sie seit Anfang 2002 an. Ihre
aktuellen Forschungsschwerpunkte lauten: Gender Mainstreaming und Neue
Medien in der Bildung, 'science and technology studies' (STS) sowie Frauen-
und Geschlechterforschung.